Die Verfolgung der Schulschwestern des Konvents in St. Peter

dav
Datum: 17. 4. 2018
Kategorie: Blog, Geschichte

Die Schafe vor unserem Haus sind keine Dekoration, sondern haben eine besondere Bedeutung. Sie stehen in Verbindung mit dem Projekt des Kulturvereins Rož, der HLW in St. Peter und der NMS in St. Jakob, die heuer erstmalig zusammenarbeiten.
Am gestrigen Abend, als die Schafe aufgestellt wurden, jährte sich der Tag, als die Schwestern den Befehl bekamen, das Konvent zu verlassen.

Am 16. April 1941 kam die GESTAPO ins Haus und die damalige Konventvorsteherin s. Leona Pečnik musste einen Vertrag unterschreiben, in dem sie versicherte, dass das Gebäude bis zum 19. April leergeräumt werden muss. Die Administration des Konvents übernahm der Oberleher Janach. Die Schulschwestern durften laut GESTAPO persönliche Wertgegenstände und einige Lebensmittel mitnehmen.

Dokument:

12 Schulschwestern, die zur damaligen Zeit im Konvent arbeiteten, mussten flüchten. Im Konvent verstummte der Gesang, man hörte nicht mehr die Gebete der Schulschwestern und die Kapelle wurde zur Bauernstube, wo Feste gefeiert wurden. Unter der NS – Herrschaft wurde die »Haushaltungsschule Rosental« ins Leben gerufen. Die vertriebenen Schulschwestern hingegen suchten Zuflucht und Arbeit bei fremden Menschen. Helfend zur Seite stand den Schulschwestern Dr. Josef Köstner, damaliger Stellvertreter des Dompfarrers in Klagenfurt und späterer Bischof. Er stellte den Schwestern zwei Räume seiner Wohnung zur Verfügung. Diese Wohnung wurde dann zum Zentrum jener Schwestern, die flüchten und in deutschen Konventen und Pfarreien arbeiten mussten. Sie versammelten sich dort. Die Schulschwestern empfingen die Jesuitenbrüder und Ursulinen in Klagenfurt, sowie die Schwestern des guten Hirten in Harbach. Zu einem späteren Zeitpunkt verließen sie Klagenfurt und arbeiteten als Hauswirtschaftshilfen oder Krankenschwestern in den Pfarreien Stall, Flattach, Malta, Maria Hilf und Böckstein. Die Schwierigkeiten der Flucht ertrugen die Schwestern in der Hoffnung, dass zum Schluss die Gerechtigkeit siegen würde.

Ludmila Sticker erinnerte sich in der Festschrift zum 75 – jährigen Jubiläum, an die schweren Zeiten der Schulschwestern, als angrenzende Nachbarin.

Die Erinnerung an die Schulschwestern aus meiner Kindheit sind wie ein sanfter Traum, als sie nach Lind mit s. Silvestra Bergant, flüchten musste. Zum damaligen Zeitpunkt traf ich zum ersten Mal eine Ordensschwester. Zuhause erzählten sie mir, dass dies Kinder ohne Eltern und Heim sind. Im darauffolgenden Herbst machten sich s. Silvestra und Roza Fuger auf den Weg, um in der Nachbarschaft um Spenden für die armen Kinder zu bitten. Sehr gut kann ich mich an das Jahr 1941 erinnern. Es war die Osterwoche. Ganz niedergeschlagen berichtete mir s. Frančiška Jelen, dass die GESTAPO im Haus war und von ihnen verlangte es bis nach den Ostern zu räumen. Es war für die ganze Nachbarschaft ein harter Schlag und wir spürten umso härter die Macht des Regimes. Was die Anhänger Hitlers am meisten störte, war die Aufschrift am Haus: „Volksschule“. Ich konnte beobachten, wie ein Mann auf einer Leiter stand und diese Aufschrift mit Freude vernichtete, dabei wurde er von einer NS – Lehrerin voller Freude fotografiert. Gleichzeitig wurde im Haus der Großteil zerstört und umgebaut.